Programm

Bei "Think Cross - Change Media" dreht sich alles um die neuen crossmedialen Entwicklungen auf dem nationalen und internationalen Medienmarkt. Auf welche Veranstaltungen Sie 2016 gespannt sein dürfen, finden Sie hier. Programmübersicht als pdf

Ab 9.00 Uhr Anmeldung im Tagungsbüro, Haus 14, SR1

9:30 Uhr Begrüßung durch Björn Stockleben, Head of OnCreate und Studiengangskoordinator Cross Media

Grußwort Prof. Dr. Anne Lequy , Rektorin HS Magdeburg-Stendal

Grußwort Christian Buch, Leiter Hauptredaktion Fernsehen und Online, MDR, SAH

mit anschließender Keynote im Haus 14, Hörsaal 2

 

Keynote: Christian Gramsch, Direktor Deutsche Welle Akademie

Digitalisierung und das Menschenrecht auf Informationszugang

 

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Slot 1 :: Freitag, 19.02.2016 — ab 11:30-13:00 Uhr

Track 2 :: Crossmedia - Von allen, für alle!?

11:30-13:00 Uhr im Hörsaal 1

V Herausforderung Qualitätsjournalismus– openPetition als Lieferant für Storys, Fakten und Zahlen

Regiert von der Schnelllebigkeit von Twitter- und Facebook-Streams und einem entsprechend hohen Recherchedruck, müssen Journalisten in kürzester Zeit umfassende und fundierte Recherchen durchführen. openPetition bietet Journalisten als größte und funktionsreichste Petitionsplattform Deutschlands einen umfassenden Fundus an potenziellen Storys und Hintergrundinformationen. Dabei bieten die Vielzahl von Petitionen Aufhänger für Storys auf  allen Ebenen – ob kommunal, auf Landes- und Bundesebene. Begleitend dazu bietet die Plattform zahlreiche Daten und Auswertungen, die seriös Auskunft über die Zahl und Verteilung der Petenten geben, ob und von wem die Petition auf Seiten der Politik oder sonstiger angesprochener Akteure angenommen wurde und ob es bereits Stellungnahmen oder Lösungsangebote der Angesprochenen gibt. Jörg Mitzlaff – Gründer von openPetition und überzeugter Demokrat und Verfechter von mehr Bürgerbeteiligung – stellt in einem Vortrag die Recherchemöglichkeiten der Plattform vor und möchte so einen Beitrag dazu leisten, Qualitätsjournalismus zu unterstützen. Darüber hinaus freut er sich über den Austausch mit den Teilnehmern zu Fragen der Weiterentwicklung der Demokratie in Zeiten des Internets.

Jörg Mitzlaff
V Mobile Journalisten - der Einfluß der ubiquitären, mobilen Endgeräte auf die Berichterstattung im Hörfunk

Mobiler Journalismus wird bislang in überwiegendem Maße in Bezug auf die Verfügbarkeit und mobile Nutzung hin analysiert. Jedoch nimmt die ubiquitäre Verfügbarkeit mobiler Endgeräte auch Einfluß auf die Produktionsmethoden und -möglichkeiten journalistischer Inhalte. Erste Untersuchungen von Westlund (Westlund 2013), Wolf und Hohlfeld (Wolf und Hohlfeld 2012) Wolf (Wolf 2014) oder Brunn und Quinn (Brunn und Quinn 2016) weisen auf einen Wandel der digitalen Produktionsprozesse für unterschiedliche Medien als Resultat der aktuellen Medienkonvergenz hin. Hierbei ist zwischen den nutzergernerierten Inhalten und dem professionellem Journalismus zu unterscheiden. Die nutzergenerierten Inhalte finden sich häufig in Form von Videos auf Plattformen wie Youtube wieder, aber auch live-Inhalte lassen sich über Dienste wie „Periscope“ ungefiltert an die Netzöffentlichkeit bringen. Die mobil generierten Inhalte professioneller Journalisten sind dort zwar ebenfalls zu finden, allerdings werden die meisten dieser Inhalte zunächst den jeweiligen Newsrooms zugeführt und redaktionell abgenommen bevor sie über einen offiziellen Ausspielweg im Netz oder in den klassischen Medien verbreitet werden. Zur Unterscheidung zwischen nutzergenerierten Inhalten und professionellem Journalismus lassen sich auch unterschiedliche Übertragungswege der vor Ort produzierten Inhalte beobachten. Werden nutzergenerierte Inhalte auf Plattformen wie Youtube, Vimeo oder Soundcloud hochgeladen, nutzen professionelle Journalisten in der Regel spezialisierte Apps (Hindenburg) oder proprietäre Produkte mit direkter Anbindung an den Newsdesk (MuPro ARD) zur Veröffentlichung von Inhalten.

Im Vortrag wird am Beispiel des Hörfunks aufgezeigt, wie sich die ubiquitären mobilen Endgeräte zu einem Werkzeug professioneller journalistischer Berichterstattung entwickeln.

Frank Lechtenberg

Track 3 :: Schöne neue Datenwelt

11:30-13:00 Uhr im Hörsaal 3

V Informationsfreiheit? Wie Journalisten legal an Daten gelangen können

Geheime Hausausweise für Lobbyisten im Bundestag, Luxusfüller für Abgeordnete, oder Betrug bei Agrarsubventionen. Oftmals reicht schon allein der Umstand, dass Journalisten über kritikwürdige Umstände berichten, um eine Diskussion und die notwendigen Veränderungen herbeizuführen. Doch wie gelangen Journalisten an die erforderlichen Informationen?

Journalisten haben gegenüber dem Staat ein doppeltes Recht auf Information, nämlich als Staatsbürger aus den Informationsfreiheitsgesetzen des Bundes und der Länder sowie ein besonderes Informationsrecht als Vertreter der Presse aus dem Recht auf Pressefreiheit aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG sowie den Landespressegesetzen. Doch das Presserecht hat seine Schwächen, so dass ein Rückgriff auf die Regelungen des allgemeinen Informationsfreiheitsrechts sinnvoll sein kann. Der Vortrag zeigt die Vor- und Nachteile des presserechtlichen Auskunftsanspruchs nach den Landespressegesetzen. Auf Bundesebene existiert kein entsprechendes Bundespressegesetz. Hier erhalten Journalisten derzeit Informationen nur auf Basis eines Minimalstandards aus dem Grundrecht der Pressefreiheit. Bekommen die Bürgerinnen und Bürger über die Informationsfreiheitsgesetze plötzlich mehr Informationen als die Presse? Es ist daher wichtig, dass Journalisten auch ihre allgemeinen Informationsrechte als Staatsbürger kennen und wissen, wie sie sich diese zu Nutze machen. 

n.n.
V Vorsicht Datenschutz! Was Programmierer und Gestalter vom EU-Datenschutzgesetz wissen müssen

Wie sehen Datensouveränität, Datenschutz und Informationsfreiheit in einer vernetzten Welt praktisch aus? Die weltweit stattfindende Digitalisierung gekoppelt mit der grenzenlosen Nutzung von immer neuen immer nutzerfreundlichen Anwendungen führt dazu, dass in einem noch nie dagewesenen Maße personenbezogenen Daten gesammelt werden, die selbstverständlich auch genutzt und ausgewertet werden.

Mit der anstehenden EU-Datengrundschutzverordnung für 500 Mio Europäer und das Urteil der EUGH zu Safe-Harbor werden die weltweiten Verkehrsregeln für den Datenverkehr zur Zeit sehr intensiv diskutiert oder sogar stark verändert. An Beispielen bestehender bekannter weltweit genutzter Softwareprodukte wird der Vortrag skizzieren wie abstrakter Datenschutz sich im Arbeitsalltag von Unternehmen, Agenturen und Endanwendern auswirkt und die Fragen aufwerfen: „Haben wir wirklich die Wahl? “ und "Können wir noch Einfluss nehmen?"

 

Sirko Scheffler
Stephan Dörrwand

Freitag, 19.02.2016 — 13:00-14:00 Uhr Konferenz Lunch

Slot 2 :: Freitag, 19.02.2016 — 14:00-15:30 Uhr

Track 2 :: Crossmedia - Von allen, für alle?

14:00-15:30 Uhr im Hörsaal 1

V The Fourth Space: Warum Coworking die Zukunft der Arbeit ist

Wir arbeiteten in unserem Zuhause. Wir arbeiteten in Fabriken und Büros. Wir arbeiteten im Café oder wo auch immer wir Strom und WLAN vorfanden. In Zukunft werden wir in Coworking Spaces arbeiten. Schon in wenigen Jahren werden nahezu die Hälfte aller Arbeitnehmer als Freelancer tätig sein, Unternehmen werden sich um die Talente reißen und sie auf der ganzen Welt suchen. Wer die ersten drei Räume zum Arbeiten nicht nutzen kann oder will, wird Ausschau halten nach dem vierten Raum der Arbeitswelt – das Coworking Space. 

Im vergangenen Sommer sind Tobias Schwarz und Katharina-Franziska Kremkau in 63 Tagen durch 26 Coworking Spaces in 18 Städten von 9 europäischen Ländern gereist, um diesem Trend auf den Grund zu gehen. Nun erzählen die beiden Blogger über ihre Reise, was ihnen das Arbeiten in Coworking Spaces gebracht hat, wie sie ihre Arbeit von unterwegs gestalteten und was sie dabei gelernt haben. Blogger und Coworking-Experte Tobias Schwarz gibt einen Einblick in den Veränderung der Arbeitswelt, seine kulturhistorischen Eckpunkte und den aktuellsten Stand des Wandels.

Tobias Schwarz
V Motivations, lifestyles and representation of interests on Crowdsourcing platforms: A survey on IT- and creative Crowdworkers

Establishing the Trade Union as a cooperative partner of Crowdworker self-organization:Crowdworkers organize themselves very efficiently, however they lack power, standing and experience to negotiate improvements with the platform owners. A division of labour between Crowdworker self-organization and unions shows first results: Self organizations associate with Unions who lead negotiations on their behalf.

Unions as Guardians of the algorithms: Algorithms regulate the interactions between Crowdworkers and between Crowdworkers and clients. Unions being in the position to certify the fairness of these – mostly proprietary – regulating mechanisms would create advantages for the workers, while verifying the fairness of the platform

Unions as incubators of fair platforms: the experience of Unions in certifying platform algorithms could be re-used/extended in creating a hub that provides fair algorithms to startups as a commons, thus contributing to a “fair” new sector of the economy.

Co-Autor: Prof. Dr. Dr. Ayad Al-Ani, Institut f. Internet und Gesellschaft A.v. Humboldt

Stefan Stumpp

Track 3 :: Inhalt und Design für Social Media

14:00-15:30 Uhr im Seminarraum 2

WS Design Thinking - Der Nutzer im Focus - Nicht nur für Gestalter

Design Thinking ist ein Prozess, welcher den Nutzer in das Zentrum der Betrachtungen rückt, um dadurch neue und innovative Lösungen sowie Produkte zu schaffen. Es hat seine Wurzeln in der Bauhaus Bewegung und dem industriellem Design. Der Ablauf wurde an der Stanford University entwickelt. Das Hasso Plattner Institute of Design übernimmt dort als fächerübergreifende Einrichtung die Ausbildung der Studierenden. Dieses Institut hat in Deutschland mit der School of Design Thinking des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam eine Schwestereinrichtung, die nach den gleichen Prinzipien Studierende ausbildet.

Design Thinking hat sich in vielen Bereichen als eine kreative Methodik und neuartige Herangehensweise zur Problembetrachtung etabliert. Es stellt daher auch für den Medienbereich wichtige Tools und Methoden zur Verfügung, um Formate und Prozesse neu zu denken.

Der Workshop soll die Grundlagen von Design Thinking zeigen. Die Teilnehmenden werden den Design Thinking Prozess anhand eines Beispiels erfahren und selbst durchführen. Dabei werden die folgenden Schritte durchlaufen:

  1. Empathy (Empathie für den Nutzer)
  2. Define Point of View  (Standpunkt definieren)
  3. Ideate (Ideen generieren)
  4. Prototype (Prototyp/Lösung erstellen)
  5. Test (Testen der Lösung)

Adressaten: Hochschulpersonal, Studierende sowie interessierte Personen

Nils Karn

Freitag, 19.02.2016 — 15:30-16:00 Uhr Konferenz Kaffee

Slot 3 :: Freitag, 19.02.2016 — 16:00-17:30 Uhr

Track 2 :: Trends und Tendenzen

16:00-17:30 Uhr im Hörsaal 1

V Netzpiloten Insights: Trends im Medienwandel

Der Medienwandel ist allumfassend und doch so unterschiedlich wie auch viel besprochen. Die New York Times entdeckt den Newsletter wieder, für uns Netzpiloten war er nie weg. Das Radio sucht seine digitale Zukunft, Podcasts scheinen Teil unserer Zukunft zu sein. Medienhäuser verringern ihre Redaktionen, wir Netzpiloten verstärken unsere und denken sie nach dem Prinzip Zufall neu. Die Presseverlage führen einen Kampf gegen AdBlocker, während wir Netzpiloten auf Bannerwerbung verzichten und uns durch gemeinsames Storytelling mit den Unternehmen erfolgreich finanzieren. Newsletter, Podcast, Serendipität, Native Advertising – außerdem Kuration und Blogging – sind unsere Trends im Medienwandel, die Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz in seinem Talk genauer vorstellt und mit dem Publikum diskutiert.

Tobias Schwarz
V Memes Everywhere. Politische Bilder, Internet-Meme und Journalismus

Internet - Memes, mal mehr, mal weniger witzige, von Internet-Nutzern millionenfach weiterverarbeitete und geteilte Text-, Bild- und Videobotschaften, sind seit ihrem Aufkommen in amerikanischen Underground-Internetforen in den frühen 2000er Jahren Gegenstand der wissenschaftlichen Betrachtung einer kleinen, internationalen Forschungsgemeinde.

Dabei sind Internet-Meme weit mehr als schräge Notizen einer partizipativen Subkultur: Internet-Meme als Mittel der Auseinandersetzung sind Teil und Instrument eines globalen politischen Kampfes um die öffentliche Meinung, bei der die Kommentierung medialer Bildinszenierung permanenter Bestandteil memetischer Diskurse ist (Shifman, 2012). Dabei nehmen diese Diskurse nicht mehr nur in den entlegenen Winkeln des Internets Raum ein, sondern gelangen zunehmend auf die Webseiten der Massenmedien, die damit selbst Teil des memetischen Diskurses werden.

Die Veranstaltung richtet sich an das interessierte Fachpublikum im Bereich der Kommunikationswissenschaften, an Medienarbeiter sowie an die interessierte Öffentlichkeit, die sich näher mit partizipativen Internet-Phänomenen und speziell mit dem Thema Internet-Meme beschäftigen möchten. Die Veranstaltung soll die Chancen und die Herausforderungen von Internet-Memen für die Medienarbeit reflektieren und den bewussten Umgang mit neuen partizipativen Medien fördern.

Daniel Nauck
V To feed or not to feed the Troll – Redaktioneller Umgang mit kritischen Kommentaren im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk

Soziale Netzwerke haben die deutschen Medien verändert. Aus dem puren Senden und Empfangen ist mit der Entstehung von Social Networks ein „Senden - Empfangen - Feedback“ geworden. Zum Leserbrief oder Hörerbrief gesellen sich Posts, Kommentare, Tweets etc. – und das in wesentlich größerer Zahl als zuvor. Mit der quantitative Steigerung der Reaktionen kommen aber auch viel mehr hartnäckige Nutzer, denen an konstruktiver Kritik nicht viel gelegen ist: politische Agitatoren, Hetzer, verzweifelte Nutzer, besorgte Bürger, unzufriedene Hörer, Trolle. Wie sollte man mit ihnen umgehen? Welche Besonderheiten ergeben sich für öffentlich-rechtliche Angebote? Welche positiven Effekte kann man durch den Umgang mit Trollen erzielen? Ein Erfahrungsbericht von MDR SACHSEN-ANHALT.

Marc Biskup

Track 3 :: Personalentwicklung in Medienhäusern

16:00-17:30 Uhr im Hörsaal 3

V Innovative Volontaireausbildung beim Mitteldeutschen Rundfunk

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Frank Suppee
Peter Heller
V Redakteure gesucht - Strategische Personalentwicklung in der Mediengruppe Magdeburg

Karriereplanung und die diffuse Vorstellung "Irgendwas mit Medien" passen nicht zueinander. Wer dennoch in Redaktion und Verlag Fuß fassen will, trifft auf überholte Personalstrukturen. Die These: Die Talente laufen davon oder kommen oft gar nicht erst. Wie lässt sich aus Sicht der Medienhäuser dagegen steuern, um attraktiver zu werden? Und welche Anforderungen müssen Bewerber heute erfüllen? Welche Schwächen hat die Hochschulausbildung? Ein Praxisbeispiel verdeutlicht: Hochglanz ist schön, aber nicht immer zielführend. Worauf Bewerber und Verlage bei der Umsetzung achten müssen und wie beide die Nachhaltigkeit Ihrer Maßnahmen sichern können.

Heike Groll
Regina Kriependorf

Ausklang des ersten Konferenztages mit der Projektpräsentation

"Mulimedia im Museum" im Bereich Design, Haus 9

bei Rotwein, Bier und/oder Wasser ab 18.00 Uhr

Samstag, 20.02.2016

Ab 9.00 Uhr Anmeldung im Tagungsbüro, Haus 14, SR1

Erweckungskaffee

 

 

Slot 1 :: Samstag, 20.02.2016 — 9:30-11:00 Uhr

 

Track 2 :: "Sie werden verbunden!" - Connected World

9:30-11.00 Uhr im Hörsaal 1

V Reminder Objects - Wenn dein Fußabtreter weiß, dass es regnet

Reminder Objectssind vernetzte Alltagsgegenstände, welche abstrakte, digitale Informationen für ihre Nutzer in Form sensorisch erfassbarer Produkteigenschaften ausdrücken. Dadurch helfen sie Nutzern in bestimmten Situationen bei alltäglichen Entscheidungen oder Erinnerungen – beispielsweise bei der Frage "Muss ich mich auf Regen einstellen?". Diese Informationen sind zwar im Internet oder in Apps verfügbar, aber der Nutzer muss sie aktiv suchen und aufrufen. Besonders in zeitkritischen Situationen ist dies stressig und unkomfortabel. In vielen Kontexten genügt dazu oft bereits eine weniger präzise, aber eindeutig zuordenbare Information, um eine sichere Entscheidung treffen zu können.

Der Fußabtreter Rainminder bietet zum Beispiel Zugang zu dem Wetter, das den Nutzer beim Verlassen der Wohnung erwartet. Bei herannahendem Regen löst der Tritt auf die Matte ein Geräusch aus, das wie ein Sprung in eine Pfütze klingt und erinnert daran, einen Regenschirm mitzunehmen.

Durch den Einbezug natürlicher Interaktion und den spielerischen Zugang zu Informationen können neue Ansätze für vernetzte Universal-Design-Lösungen geschaffen werden, welche jenseits klassischer Displaylösungen liegen. Auf Interaktion basiert auch Bestabooth. Vorsicht, Sie werden getwittert! BESTÅBOOTH ist ein experimenteller Fotoautomat, der durch bloße Annäherung aktiviert wird. Der Automat erkennt mögliche Nutzer, die sich in seinem Sichtbereich aufhalten. Beim Erkennen eines Motives setzt der Automat eine Kaskade an multimodalen Locksignalen – darunter natürliche Sprache und visuelle Highlights - in Gang, bis der optimale Abstand erreicht ist und das Bild ausgelöst wird.

Dabei entfernt sich die Designstudie kritisch vom Bild der passiven, langweiligen Maschine, hin zu einem menschlichen, um Aufmerksamkeit buhlenden Apparat. Die Bilder werden als quadratische Fotosticker ausgegeben und parallel auf Twitter gepostet und somit Kommunikation nocheinmal auf eine  andere Ebene hebt.

Henrik Rieß
V Land in Sicht im "Fotomeer"– Visuelle Bildnavigation

In unserer realen Umwelt „navigieren“ wir Menschen visuell: Um in einem Supermarkt ein Produkt zu finden, verschaffen wir uns zunächst einen Überblick und begeben uns dann in den Bereich, wo das passende Regal steht, um dort das Produkt zu suchen. Dieses hierarchische Suchprinzip ist uns auch von Kartendiensten wie Google Maps vertraut. Am Bereich Visual Computing der HTW-Berlin versuchen wir dieses visuelle Navigationskonzept auf Bilder zu übertragen. Die Idee besteht darin, Millionen von Bildern mittels automatischem Bildverstehen via Machine Learning so auf einer „Bilderlandkarte“ anzuordnen, dass diese leicht erkundet werden kann. Aufgrund der komplexen Ähnlichkeitsbeziehungen der Bilder, ist es allerdings nicht möglich, alle Bilder perfekt auf einer 2D-Karte zu repräsentieren. Daher entwickeln wir Verfahren, die ein Bildernetzwerk anstelle einer 2D-Sortierung verwenden. Hierdurch wird die Navigation vereinfacht und die Sortierung kann besser an wechselnde Bildbestände angepasst werden. Z.B Fotos werden somit neben verbalem tagging durch Metadaten wir Farbe, Formen, Komposition usw. einfach auffindbar und ersparen mühsame Suche im Archiv.

 

 

Kai-Uwe Barthel

Track 3 :: Crossmedia - Von allen, für alle?

9:30 - 11:00 Uhr im Hörsaal 3

V Crossmedia-Express

 

Kurzvorträge zu aktuellen Themen der Crossmedia-Welt,
Ethische Fragen der digitalen Kommunikation. Ein Masterstudien-Verbundprojekt

  • Die Gesundheit als sensibles Vertrauensgut (Sebastian Soyka, Jürgen Vogel, Denise Albrecht)
  • Risikowahrnehmung von selbstlernenden E-Mail Management Systemen (Ines Einsporn, Michaela Fraundorfer, Stefanie Lange)
  • Digitaler Fußabdruck – Das Bewusstsein von digitalen ExpertInnen im Umgang mit persönlichen Daten im Internet (Julia Schestauber, Manuela Walchshofer, Kassra Adloo)
  • Der Umgang von Retail Banken mit Akzeptanzkriterien von Mobile Banking (Florian Kohl, Michael Reikersdorfer)

Moderation: Prof. Dr. Michael Herzog, HS Magdeburg-Stendal, Prof. Dr. Elisabeth Katzlinger-Felhofer (JKU Linz)

POSTERPRÄSENTATIONEN in der anschließenden Pause

  • Fitness-Apps: Push-Benachrichtigungen als Motivationssteigerung und ethische Bedenken (Sandra Rechberger, Daniel Wimmer, Viviane Dreusicke)
  • Was sind mir meine persönlichen Daten wert? (Verena Kopf, Karin Thürschmid, Alexandra Seegerer)
  • Roboter am Arbeitsplatz: Der Fortschritt der Automatisierung in der Intralogistik und seine ethischen Implikationen (Bernhard Gerhardter, Martin Hiesberger, Jochen G. Fuchs)
  • Die anlassbezogene Änderung von Facebook-Profilbildern und Slacktivism – Eine empirische Studie (Lorenz Lachinger, Wolfgang Schönberger, Markus Augé)
  • Der Zusammenhang zwischen soziodemografischen Merkmalen beziehungsweise der Partei österreichischer Politiker und der Verwendung von Facebook als Kommunikationskanal (Thomas Groissberger, Birgit Kocher)

 

Michael Herzog
Elisabeth Katzlinger

Samstag, 20.02.2016 — 11:00-11:30 Uhr Konferenz Kaffee + Posterausstellung vom Crossmedia-Express

Slot 2 :: Samstag, 20.02.2016 — ab 11:30-13:00 Uhr

Track 2 :: Content first - Entwicklungen im Newsroom

11:30-13.00 Uhr im Hörsaal 1

V Netzwende - Qualitätsjournalismus gefragt
Wir erleben im Netz eine Entwicklung, die uns von der Lebensmittelindustrie und der Energiebranche bekannt vorkommt. Aus zuvor raren und daher wertvollen Gütern, werden billig produzierte Angebote für die Masse. Sobald der Zugang nicht mehr das Problem ist, rückt die Beschaffenheit in den Vordergrund. Konkret: Es geht heute nicht mehr darum, nur satt zu werden, sondern sich gesund zu ernähren. Es ist keine Frage mehr, ob Strom aus der Steckdose kommt, sondern unter welchen Bedingungen dieser Strom produziert wird. Meine These: Auch im Netz wird es zu einem vergleichbaren Umdenken kommen. Es geht nicht mehr darum, irgendwie an Inhalte zu kommen. Die Inhalte müssen auch nachhaltig produziert werden. Wir erleben gerade einen Boom von digitalen Reformhäusern wie posteo (Email), Wecloud (Cloud-Anbieter) oder eben uns, piqd (fairer Kuratierungsdienst, der seine Quellen feiert und respektiert). Aber der aufgezeigte Trend wirft Fragen für alle Inhalteproduzenten auf - insbesondere wenn es sich um kostenintensive Crossmedia-Produktionen handelt.
Frederik Fischer
V Die digitale Transformation oder die Frage: Hat eine Print-Redaktion überhaupt die Chance, in der neuen Welt anzukommen?

Die Redaktion der Mitteldeutschen Zeitung befindet sich derzeit in der digitalen Transformation. Viele können das kaum noch hören, sind aber täglich mit den Veränderungen konfrontiert. Die Redaktion wird komplett neu strukturiert: neue Regiodesks, neue Aufgaben, neue Produktionszeiten, neue Arbeitsabläufe und neue Anforderungen an die Redaktion. Aber reicht das, um in der neuen Welt anzukommen? Wie gewinnt man erfahrene Print-Redakteure für digitale Aufgaben? Wie ist es zu schaffen, dass Print-Redakteure und Onliner auf Augenhöhe miteinander verhandeln? Gibt es digitale Geschäftsmodelle, die das noch erfolgreiche Print-Geschäft einmal ablösen können?  Jeden Tag lernen wir derzeit dazu. Ein Blick in das Innenleben einer sich wandelnden Redaktion.

Hartmut Ausgustin
V Der trimedial ausgerichtete Newsroom von MDR SACHSEN-ANHALT, neue Rollen, Mitarbeiter im Veränderungsprozess.

Überall in Deutschland verändern sich Medienhäuser. Neue Nutzergewohnheiten zwingen die Anbieter, ihre Strukturen auf den Prüfstand zu stellen. Im Mittelpunkt steht dabei oft der Newsroom. Hier bündelt sich die Aktualität, das Kerngeschäft des Journalismus, sei es in Zeitungshäusern, sei es in öffentlich-rechtlichen Landesfunkhäusern. Der Newsroom von MDR SACHSEN-ANHALT befindet sich in einem permanenten Veränderungsprozess. Viele Arbeitsabläufe werden entweder trimedial oder onlineorientiert ausgerichtet. Dabei entstehen neue Rolle und neue Anforderungen an die Mitarbeiter. Frank Rugullis wird den Stand der Dinge erläutern und berichten, wie Mitarbeiter in diesem Prozess eingebunden und motiviert werden können.

Frank Rugullis

Track 3 :: Crossmedia - Von allen, für alle?

11:30 - 13:00 Uhr im Hörsaal 3

V Crossmedia-Express - Fortsetzung

 

Kurzvorträge zu aktuellen Themen der Crossmedia-Welt,

  • Shitstorm im Netz – Der Verlust von Moral und Werten in der Onlinekommunikation (Victoria Krauk, Ines Schallauer, Anke Haaß)
  • Original oder Fälschung? Kategorisierung von Kriterien bewusst manipulierter Kundenrezensionen und deren Erkennung (Alexander Böckl, Alfons Weinzierl, Katrin Wildt)
  • Die Zukunft des Erinnerns und Vergessen – Herausforderungen in der Gestaltung (Sabrina Waldbauer, Christina Weitz, Fred Basalama)
  • Meinung wird zu Wissen - Semantische Analyse und Verwertung von Online-Abstimmungen in den Medien (Dr. Martin Stabauer)

Die Beiträge des Crossmedia-Express werden von Master-Studierenden präsentiert. Das Kooperationsprojekt wurde betreut durch Prof. Dr. Michael Herzog, HS Magdeburg-Stendal, Prof. Dr. Elisabeth Katzlinger-Felhofer und Dr. Martin Stabauer (Johannes Kepler Universität in Linz).

 

Martin Stabauer

Samstag, 20.02.2016 — 13:00-14:00 Uhr Konferenz Lunch

Slot 3 :: Samstag, 20.02.2016 — ab 14:00-15:30 Uhr

Track 2 und 3 :: Content first - Entwicklungen im Newsroom

14:00 - 15.30 Uhr Hörsaal 2

Podiumsdiskussion

"Content first! Inhalt zuerst, dann das Medium. Und der Autor? Und was will der Leser/Zuschauer/Nutzer überhaupt?"

mit Hartmut Augustin, Chefredakteur Mitteldeutsche Zeitung, Marc Rath, Koordinator Lokalredaktionen Volksstimme, Dr. Friedrike Schultz, exozet

Moderation Ilona Wuschig, Professorin für TV und Medien, HS Magdeburg-Stendal

 

Slot 4 :: Samstag, 20.02.2016 — 15:45-17:15 Uhr

 

Track 2 :: Inhalt und Design Für Social Media

15:45-17:15 Uhr im Seminarraum 2

WS Vier Apps für unterwegs: Periscope, Tumblr, Instagram und AudioguideMe

Workshop: Der Übertragungswagen hat ausgedient – heutzutage können Publizierende ihre gesamte Arbeit auch von unterwegs auf dem Smartphone erledigen – egal ob Audio, Video, Foto oder Text. Als mobiler Projektleiter von Netzpiloten.de, die Elbe erkundender ElbeBlogger oder europaweit Coworking Spaces porträtierender Blogger, hat Tobias Schwarz mit den verschiedensten Apps die unterschiedlichsten Formate entwickelt und so seine journalistische Tätigkeit mobil gestaltet. In seinem Workshop  gibt er eine Einführung in die Nutzung der Apps, zeigt welche Erfahrungen er mit ihnen gemacht hat und probiert mit Teilnehmern die Nutzung an einem Beispiel unter Echtzeitbedingungen aus.

Tobias Schwarz

Track 3 :: "Sie werden verbunden!" - Connected World?

15:45-17:15 Uhr im Hörsaal 3

V MenschOrtWeb - Stadt als digitaler Erlebnisraum

Das Smartphone hat sich zum primären Kommunikationsinstrument entwickelt. Auch für Städte und Gemeinden ergeben sich daraus neue Anforderungen, vor allem auch Chancen. Durch die Errichtung von analog-digitalen Erlebnisräumen können Städte und Gemeinden gezielt auf die Anforderungen der "digitalen Menschen" eingehen und die Attraktivität der analogen Räume erhöhen. Es werden gezielt digitale Angebote erschaffen, die entlang des analogen Raums wirken. Über App-Entwicklungen, die das möglich machen, berichtet dieser Vortrag am Beispiel von Magdeburg, das ab März 2016 per augmented Reality zu genau so einem analog-digitaler Erlebnisraum wird! 

Martin Adam
V Partizipationspotentiale und Geschäftsmodelle der „smart cities“ der Zukunft.

Städte sind Lebensräume, die sich stetig entwickeln und verändern, die aufblühen oder in sich zusammenbrechen. Das Konzept einer intelligenten Stadt, einer smart city, greift die Frage auf: "Wie können Städte und urbane Regionen auch zukünftig lebenswert sein, ressourceneffizient und nachhaltig sein?" Schlüsselworte wie "sharing" und "trading" zeigen die Veränderung im Umgang mit Wirtschaftsobjekten und Daten - neue Geschäftsmodelle und kollaborative Lösungsansätze entstehen.

Möglich wird diese Herangehensweise durch eine Digitalisierung, ‎die vor keinem Lebensbereich Halt macht. Im Internet der Dinge kommunizieren Objekte miteinander um eine optimale Verkettung von Prozessen zu gewährleisten, die am Ende on demand individuelle Services und Produkte gewährleistet. Bedarfe werden erhoben oder formuliert.

Offene Standards ‎und der Zugang zu integrem Datenmaterial sowie zur technischen Infrastruktur (Breitband) ermöglichen eine informierte und effektive Partizipation. Diese steht fernab der Bürgerbeteiligungsromantik der vergangenen Jahre. Die Chancen und Potentiale eines gleichberechtigten Gestaltungsdialoges zwischen Bürger und Politik basierend auf Daten, stehen im Zentrum des Vortrages.  Die Ansätze werden anhand eines touristischen Infrastruktur-Projektes anschaulich dargestellt.

Sabine Griebsch

Abschlusspanel — 17:30-18:00 Uhr

Track 1,2 und 3 :: Crossmedia - Von allen, für alle?

17:30 - 18:00 Uhr im Hörsaal 2

Demokratisierung oder Elitenprojekt – der Wandel politischer On- und Offlinekommunikation und –partizipation

 

Seit den 1960er Jahren haben sich unkonventionelle Formen der politischen Teilhabe in der deutschen Öffentlichkeit etabliert. NGO's entstanden und wurden anerkannte Akteure im vorpolitischen und politischen Raum. Demonstrationen, Sit-Ins und Happenings, Boykotte, Besetzungen und Blockaden wurden zu dauerhaften Elementen des politischen Handlungsrepertoires der Bürger westlicher Demokratien. Der Begriff des Politischen wurde geweitet und schließt inzwischen Kommunikation mit ein. Hannah Arendts Einschätzung, dass Reden selbst eine Art Handeln sei, setzte sich durch.

Seit den 1990er Jahren haben sich unkonventionelle und neue Medien und Formen der Kommunikation entwickelt. Die digitale Medien verändern  den kommunikativen Handlungsspielraum politischer Akteure. Dies und neue Nutzungsroutinen verändern die Strukturen der Kommunikation sowie die Machtverhältnisse zwischen den Akteuren und den Medienkonsumenten.  Politische Akteure professionalisieren ihre Medienauftritte und Kommunikationen, können Botschaften  auch ohne professionelle Medien an den Bürgerbringen,   medial kompetente Nutzer werden zu Anbietern. Was sich auf den ersten Blick demokratisch anhört, führt in der Realität zu einem democratic divide, bei dem sich medienaffine gebildete Kohorten weitere Partizipationsmöglichkeiten erschließen und Meinungshoheit gewinnen.

Der strukturelle Wandel politischer Kommunikation wirkt sich auf der Mikroebene (Veränderungen von individuellen politischen Meinungsbildungsprozessen), auf der Mesoebene (Verschiebungen in Öffentlichkeitsbereichen, neue personale und institutionalisierte Akteure) und auf der Makroebene (Veränderungen der demokratischen Routinen, Gouvernancee statt Gouvernment). Am Beispiel von Medien, Kommunikation und Aktionen, die im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt eine möglichst inklusive politische Kommunikation ermöglichen sollen, wird diskutiert, wie sich die demokratische Grundforderung, alle Bürger_innen zu informieren und in demokratische Prozesse einzubinden, verändert.

Ilona Wuschig